Ein Service der Novartis Pharma GmbH.
Login für Fachkreise

Psychische Probleme

Tuberöse Sklerose: psychische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten

Belastungen für das Familienleben

Etwa zwei Drittel aller von Tuberöser Sklerose (TSC) Betroffenen leiden unter psychischen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten. Diese können das Familienleben zusätzlich belasten. Daher sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sehr wichtig.

Von Ängstlichkeit bis Aggression: psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten

Die Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Störungen können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei einer sehr starken Ausprägung können sie sogar stärker in den Vordergrund rücken als die körperlichen Auswirkungen der Erkrankung. Zu den häufigsten Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Problemen gehören:

Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen

Neben allgemeiner Unruhe zeigen bis zu 50 % der von Tuberöser Sklerose Betroffenen Anzeichen eines ADHS. Das Syndrom kommt bei schwerer Tuberöser Sklerose am häufigsten vor. Es kann die Lernfähigkeit und die täglichen Sozialkontakte erheblich beeinträchtigen.

Schlafstörungen

Etwa 60 % der Betroffenen leiden unter Schlafstörungen, wie Schlafwandeln, Durschlafstörungen, verkürzter Schlafdauer, mit Krampanfällen verbundenen Schlafproblemen und übermäßiger Müdigkeit am Tag. Menschen mit Tuberöser Sklerose, die an Schlafstörungen leiden, wachen nachts häufiger auf und haben weniger Tiefschlafphasen, als gesunde Menschen.

Ängstlichkeit

Von Tuberöser Sklerose Betroffene scheinen ängstlicher zu sein als andere Menschen. Dabei kann die Angst ständig oder als plötzliche Angstattacke auftreten. Wenn die Ängstlichkeit nicht behandelt wird, verstärkt sie sich häufig im Alter. Neben einer Behandlung ist daher ein regelmäßiger Tagesablauf, der Sicherheit vermittelt und Ängsten vorbeugt, wichtig.

Aggression und Autoaggression

Bei Menschen mit schwerer Tuberösen Sklerose treten häufig Aggressionen und Selbstverletzungen (Autoaggression) auf. Diese nehmen oft mit zunehmendem Alter ab.

Autismus und Autismus-Spektrum-Störungen

40 bis 50 % der Menschen mit Tuberöser Sklerose leiden unter Autismus bzw. einer Autismus-Spektrum-Störung. Dabei sind viele Betroffene nicht in der Lage, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, Gefühle anderer wahrzunehmen und auf sie zu reagieren bzw. sozial zu interagieren. Zudem handeln sie oft in ständig wiederkehrenden Mustern und zwingend ausgeführten Handlungen.

Depression

Bei Tuberöser Sklerose sind Depressionen relativ häufig und können andere psychische Probleme, wie Ängstlichkeit, überdecken. Darüber hinaus können Betroffene Depressionen in Form von Hyperaktivität oder Aggressivität zeigen. Umgekehrt kann eine Depression auch eine Angststörung überlagern. Daher ist es schwierig, bei von Tuberöser Sklerose Betroffenen eine Depression zu diagnostizieren. 

Mit Therapie Lebensqualität verbessern

Therapien können Betroffenen helfen und die Lebensqualität der gesamten Familie verbessern. Hierfür arbeiten Fachärzte aus verschiedenen Disziplinen eng zusammen und entwickeln Behandlungspläne, die individuell auf den Betroffenen abgestimmt sind.

Die Verhaltenstherapie und Heilpädagogik können psychische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten günstig beeinflussen. Dabei erfolgt die Therapie idealerweise in Zusammenarbeit mit Frühförderungseinrichtungen oder Förderzentren. Durch regelmäßige psychologische Untersuchungen kann der Behandlungserfolg kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden.

 
 

Unser Rat: Professionelle Unterstützung nutzen

 

Die professionelle Unterstützung durch Spezialisten in Förderzentren oder Frühfördereinrichtungen kann helfen, Verhaltensauffälligkeiten und familiäre Probleme günstig zu beeinflussen.

Auch der Austausch mit anderen betroffenen Eltern und Mitgliedern von Selbsthilfegruppen wie dem Selbsthilfeverein Tuberöse Sklerose Deutschland e.V. (TSD e.V.) kann das Familienleben erleichtern.


Zu Tuberöse Sklerose Deutschland e.V.
 

Quellen:

http://www.tuberous-sclerosis.org/?page_id=92 (zuletzt besucht am 13.11.2015)
http://www2.massgeneral.org/livingwithtsc/affects/mental_health.htm (zuletzt besucht am 13.11.10.2015)
http://www.tsdev.org/deutsch/91/91/92001/2bef0d3e0ded8d27bf413534230aa19a/download.html (zuletzt besucht am 13.11.2015)

Diese Seite teilen:

Novartis Infoservice Tel.: 01802 – 232300 * Fax: 0911 – 27312160 E-Mail:  infoservice.novartis@novartis.com Unser Infoservice bietet kompetente Beratung und zuverlässige Informationen zu medizinisch-pharmazeutischen Themen.
* Service-Telefon (0,06 € pro Anruf aus dem deutschen Festnetz; max. 0,42 € pro Minute aus dem deutschen Mobilfunknetz) und Fax – wochentags von 8.00 bis 18.00 Uhr