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Vagus-Nerv-Stimulation

Tuberöse Sklerose und Epilepsie: Vagus-Nerv-Stimulation

Eine Option wenn Medikamente nicht wirken

Menschen mit Tuberöser Sklerose können infolge ihrer Krankheit eine Epilepsie entwickeln. Ein Teil der Betroffenen ist jedoch resistent gegenüber den eingesetzten antiepileptisch wirkenden Medikamenten. Diesen Menschen können andere Behandlungsverfahren, wie eine Vagus-Nerv-Therapie (VNS), helfen.

Eine Vagus-Nerv-Stimulation kommt in Betracht, wenn der Betroffene unter einer Epilepsie leidet, bei der Medikamente allein die Anfälle nicht verhindern. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Patient keine Vorerkrankungen des Herzens, der Lunge oder des Magen-Darm-Trakts aufweist. Wird eine Therapie mittels Vagus-Nerv-Stimulation durchgeführt, erhält der Patient in der Regel dennoch weiterhin eine medikamentöse Basisbehandlung.

 

Wann ist der Betroffene gegen Medikamente resistent?

Eine Epilepsie gilt dann als resistent gegenüber einer medikamentösen Behandlung, wenn der Betroffene mindestens drei antiepileptisch wirkende Medikamente – einzeln oder in Kombination – erhalten hat und es dennoch weiterhin zu Anfällen kommt. Zwar besteht auch die Möglichkeit, mit weiteren Medikamenten eine Anfallsfreiheit zu erreichen, die Chancen hierfür liegen aber bei unter 5 %.

 

Was passiert bei einer Vagus-Nerv-Stimulation?

Ein Pulsgenerator erzeugt elektrische Impulse und stimuliert durch sie den 10. Hirnnerv (Vagus-Nerv). Die Impulse werden zum Gehirn weitergeleitet und verändern dort die Erregbarkeit der Nervenzellen. Vermutlich werden dadurch diejenigen Prozesse im Gehirn verändert, die für die Entstehung von Anfällen verantwortlich sind. Der eigentliche Wirkungsmechanismus der Anfallsunterdrückung ist bisher jedoch nicht bekannt.

Der Pulsgenerator wird in einem chirurgischen Eingriff in eine Hauttasche unter dem linken Schlüsselbein eingesetzt (implantiert) und mit dem Vagus-Nerv verbunden. Hierzu wird ein Elektrodenkabel unter der Haut bis zur linken Halsseite geführt und mit den spiralförmigen Elektroden um den Nerv gelegt. Nach der Operation muss der Pulsgenerator regelmäßig justiert werden, um die Frequenz und Stromstärke optimal für den Betroffenen anzupassen. Darüber hinaus kann der Betroffene den Pulsgenerator mit einem Handmagneten selbst justieren, um einen drohenden Anfall zu vermeiden.

Chancen und Risikien

Durch die Vagus-Nerv-Stimulation kann bei 5 bis 10 % der Betroffenen Anfallsfreiheit erzielt werden, etwa die Hälfte erreicht eine deutliche Verringerung der Anfalls¬häufigkeit um mehr als 50 %. Bei einem weiteren Viertel bessert sich die Anfallssituation leicht. Darüber hinaus berichten viele Betroffene von einer Steigerung ihrer Lebensqualität, weil die Anfälle weniger stark oder kürzer sind, sie sich sicherer mit dem Handmagneten fühlen und ihre Stimmung insgesamt besser ist.

Die Implantation des Pulsgenerators ist wie jede Operation mit Risiken verbunden. So kann es zu Infektionen, Nachblutungen und Schäden am Vagus-Nerven kommen. Die Stimulation des Vagus-Nervs kann ebenfalls zu Beschwerden führen: Etwa die Hälfte der Betroffenen leidet unter leichter Heiserkeit. Seltener können auch andere Nebenwirkungen auftreten wie Husten, Kurzatmigkeit, Nackenschmerzen oder Schluckstörungen.

 

An wen kann ich mich wenden?

Halten Sie Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt, ob in Ihrem Fall eine Vagus-Nerv-Stimulation sinnvoll ist. Er wird Sie gegebenenfalls an eine Klinik überweisen, die eine solche Implantation durchführen kann. Dort werden Sie dann auch ausführlich beraten und umfassend informiert.

 

Quellen:

http://www.tsdev.org/deutsch/91/91/92001/827f1eef8e4ca65957807fcf1d9d3185/download.html (zuletzt besucht am 17.11.2015)
http://www.dgkn.de/patienten/therapie/behandlungsmethoden-der-neurophysiologie/vagusnervstimulation/ (zuletzt besucht am 17.11.2015)
http://epileptologie-bonn.de/cms/upload/download/pdf/flyer_deutsch/vagusnervstimulation.pdf (zuletzt besucht am 17.11.2015)

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